Kinderfotos sind Privatsache

Keine Zeit zu lesen? Kein Problem: Hier kannst Du Dir den Artikel als Audiofile anhören.

Es ist nicht immer ganz einfach. Man ist einerseits unheimlich stolz auf die eigenen Kinder und möchte dieses überschäumende Gefühl unbedingt mit der Welt da draussen teilen. Andererseits gibt es aber triftige Gründe, die Bilder unserer Kinder eben nicht ins Netz zu stellen. Und auf genau diese möchte ich in diesem Artikel konkret eingehen:

  • Recht auf Privatsphäre: Unsere Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. Nur weil wir sie so niedlich finden, sehen sie das im Erwachsenenalter vielleicht (wenn nicht wahrscheinlich!) mit anderen Augen wie wir. Sind die Bilder einmal im Netz, sind sie nicht mehr zu löschen. Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf zu entscheiden, wer was von seinem Leben sehen und mitverfolgen darf. So auch unsere Kinder.
  • Darknet: Im Darknet kursieren Ratingplattformen von pädophilen Kreisen, die genau diese Kinderbilder für ihre Zwecke nutzen. Egal wie gross mein Drang ist meine niedlichen Kinder in Social Media zu teilen: Es ist unsere elterliche Verantwortung, unsere Kinder vor diesem Missbrauch ihrer Bilder zu schützen.
  • Ortung: Selbst wenn keine Örtlichkeiten verlinkt sind, ist es anhand des Hintergrunds auf Bildern, diverser Hintergrundinfos, die auf Social Media Profilen bekannt gemacht werden, sowie unabhängiger Posts zu Restaurantbesuchen, Ausflügen etc. erprobterweise auch für vermeintlich Außenstehende sehr einfach herauszufinden, wo diese Kinder daheim sind, zur Schule gehen etc. Wenn Virtualität zu Realität wird, kann das unangenehm, wenn nicht gefährlich werden.
  • Profilierung: Wir Eltern sollten uns unbedingt fragen, welchen Zweck wir mit der Publikation der Bilder unserer Kinder verfolgen. Geht es in Wahrheit vielleicht vor allem darum, selbst Aufmerksamkeit und Zuspruch (in dem Fall auf Kosten unserer Kinder) zu generieren? Nutzen wir unsere Kinder vielleicht um unsere Selbstdarstellung zu intensivieren?
Kinder haben das Recht über ihr (Ab-)Bild selbst zu entscheiden.

Eine ehrliche Überprüfung der eigenen Ziele und der Konsequenzen unseres Verhaltens ist meines Erachtens der Grundstein, um eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen, wie wir mit den Bildern unserer Kinder im Netz umgehen sollten. Insbesondere wenn sie noch nicht selbst mitreden können.

Für mich selbst gesprochen, bin ich heilfroh, hatten meine Eltern noch nicht die Möglichkeit zu entscheiden, unzählige Bilder meines Aufwachsens ins Internet zu stellen. Vielleicht geht es Dir ja ähnlich. Wir sollten meines Erachtens nicht dem Irrglauben anhängen, dass es unseren Kindern rückblickend anders gehen wird.

Hinterlasse einen Kommentar